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Phytotherapie

Heilen mit Pflanzen

Die pflanzliche Arzneimitteltherapie hat in der Urologie einen hohen Stellenwert bei Harnwegsinfekten. Auch bei der Behandlung von Scheidentrockenheit und Vaginalproblemen, Prostatavergrösserungen, Libido- und Potenzproblemen kann die Phytotherapie – auch Pflanzenheilkunde genannt – zur Heilung beitragen.

In der Uroclinic empfehlen wir phytotherapeutische Massnahmen abgestimmt auf die Beschwerden und Wünsche der Patienten. Unkomplizierte Blasenentzündungen lassen sich zum Teil mit der Phytotherapie als alleiniger Therapie behandeln. Bei komplizierten und schweren Harnwegsinfekten empfehlen wir sie manchmal zusätzlich zur Antibiotikatherapie. Zudem kann man mit Phytotherapie eine Erkrankung nach Absetzen einer Antibiotikatherapie nachbehandeln und Rückfällen vorbeugen. Bei Frauen ist es dabei entscheidend, die Vaginalflora wieder herzustellen und die vaginale Immunbarriere zu stabilisieren.

Grundsätzlich unterscheiden wir zwei Gruppen von pflanzlichen Substanzen, die in der Urologie zur Heilung beitragen können: die Aquaretika und die Harnwegsdesinfizienzien.

Aquaretika: Mehr Wasser ausscheiden

Aquaretika können dem Patienten helfen, vermehrt Wasser auszuscheiden. Weil sich dadurch die Keimzahl reduziert, wirken sie auch desinfizierend. Anwendungsgebiete sind:

  • Harnwegsinfektionen
  • Reizblase
  • Steinleiden
  • gutartige Prostatavergrösserung

Aquaretika werden zum Beispiel aus folgenden Pflanzen hergestellt:

  • Birkenblätter
  • Brennesselkraut- bzw. Blätter
  • Goldrutenkraut
  • Liebstöckelwurzel
  • Wacholderbeeren

Harnwegsdesinfizienzien: Antibakterielle Wirkung

Harnwegsdesinfizienzien sind Phytotherapeutika mit antibakterieller Wirkung – die allerdings nicht vergleichbar ist mit der Wirkung chemischer Mittel oder von Antibiotika. Diese bleiben bei schweren Infektionen unverzichtbar. Beobachtungen zeigen aber, dass sich durch die Anwendung von Desinfizienzien keine Resistenzen entwickeln.

Harnwegsdesinfizienzen werden zum Beispiel aus folgenden Pflanzen hergestellt:

  • Preiselbeerblätter
  • Kapuzinerkressekraut
  • Meerrettichwurzel
  • Bärentraubenblätter
  • Brunnenkressekraut
  • Sandelholz

Zur Therapie und Prophylaxe von Harnwegsinfektionen gehört zwingend die Intimpflege. Auch sie kann phytotherapeutisch unterstützt werden.

Die Intimzone reagiert sensibel auf äussere Einflüsse. Bei Frauen kann die normale Vaginalflora durch verschiedene Faktoren gestört sein, zum Beispiel durch ungeeignete Pflegeprodukte, Antibiotika, hormonelle Schwankungen, Wechseljahre, Stress oder bei Diabetes.

Normalerweise hemmt das leicht saure Milieu in der Vagina die Vermehrung von Bakterien. Verändert sich der vaginale pH-Wert in höhere, ungünstigere Bereiche, stört dies die Vaginalflora. Deshalb soll die Intimpflege den natürlichen pH-Wert erhalten und frei von Konservierungsstoffen und Parfüm sein. Sie soll zudem aufbauend, pflegend und desinfizierend wirken, anfeuchten beziehungsweise fetten und die Vaginalflora ansäuern.

Pflegende, fettende Produkte sind zum Beispiel: Mandelöle, Rizinusöle oder Sojaprodukte.

Zum Ansäuern verwenden wir sogenannte Döderlein-Präparate. Diese Produkte stabilisieren die normale Vaginalflora mit Lactobazillen.

Die Phytotherapie kann in verschiedenen Bereichen der Urologie zur Heilung und Prophylaxe beitragen. Wir besprechen Ihr persönliches Anliegen gerne in unserer Sprechstunde mit Ihnen, um Sie fundiert zu beraten und die Möglichkeiten einer Phytotherapie auszuloten.

Hintergründe zur Phytotherapie

Unter Phytotherapie oder Pflanzenheilkunde versteht man die Behandlung und Vorbeugung von Krankheiten durch Pflanzen, Pflanzenteile und deren Zubereitungen wie Pulver, Tee, Extrakte und Tinkturen. Die Pflanzenheilkunde bildet als Bestandteil der Naturheilkunde einen Grundpfeiler der Medizin von allen Kulturen der Erde.

Die Phytotherapie stellt auch eine wichtige Säule der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) dar. Die ältesten Aufzeichnungen reichen 6000 Jahre zurück. Das erste Kräuterbuch wurde 3000 vor Christus in China verfasst. Schon Hippokrates, der Begründer der wissenschaftlichen Medizin beschäftige sich mit Kräutern, und Claudius Galenus begründete im 2. Jahrhundert nach Christus auf Grundlage der Kräuterkunde die moderne Pharmakologie.

Entscheidend für die Wirksamkeit der Phytotherapie ist die Qualität der Rohstoffe. Auch die Zubereitungsform und der Wirkstoffgehalt spielen eine wichtige Rolle. In der Pflanzenheilkunde wird die Pflanze als Ganzes verwendet. Weltweit dienen mehr als 20'000 Pflanzenarten der Herstellung von Arzneimitteln.

Die Wirkweise und Wirksamkeit der Phytotherapie beruht meistens auf sehr komplexen Zusammensetzungen aus ätherischen Ölen, Bitterstoffen, Gerbstoffen, Mineralstoffen, Spurenelementen, Vitaminen und mehr. Die Inhaltstoffe werden teilweise in Einzelwirkstoffe zerlegt; diese können unabhängig vom Gesamtgefüge der Pflanze eine andere und manchmal sogar in hoher Dosis gefährliche Wirkung haben. Daher sollte man Selbstbehandlungen mit Vorsicht durchführen. Schwangere Frauen und organisch Kranke sollten sich von Fachpersonen beraten lassen.