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Hodenhochstand (Maldescensus testis)

Der Hodenhochstand (Maldescensus testis) beschreibt das unvollendete Wandern des Hodens von der Bauchhöhle durch den Leistenkanal in den Hodensack. Die Hodenentwicklung findet beim ungeborenen Kind im Bauchraum statt. Im Rahmen des Reifungsprozesses wandert der Hoden von Bindegewebsstrukturen geführt in den Hodensack. Dieser Vorgang ist bei den meisten Knaben um den Geburtstermin herum abgeschlossen. Nur in wenigen Fällen ist die Entwicklung verzögert, was zu einem Hodenhochstand führt.

Ursachen

Die Hodenentwicklung und -wanderung von der Bauchhöhle über die Leisten in den Hodensack ist hormongesteuert. Neben hormonellen Störungen kommt auch eine einfache zeitliche Verschiebung als Ursache eines Hodenhochstandes in Frage. Letztlich sind die genauen Ursachen nicht bekannt.

Symptome

Meist hat der Patient keine Beschwerden. Gelegentlich kann ein Pendelhoden (siehe unten), der immer wieder in die Leiste hochgleitet, Schmerzen verursachen.

Diagnostik

Die erstmalige Untersuchung erfolgt beim Neugeborenen. Ungefähr 3% von ihnen haben einen Hodenhochstand. Nach dem ersten Lebensjahr weist noch 1% einen Hodenhochstand auf. Der Hoden liegt dabei meistens im Leistenkanal, seltener im Bauchraum. 

Vom Hodenhochstand zu unterscheiden ist der Pendelhoden. Dabei pendelt der Hoden durch Muskelzug des Samenstrangs vom Hodensack in die Leistengegend. Im Gegensatz zum Pendelhoden ist der Hoden beim Hodenhochstand nie im Hodensack zu sehen oder zu ertasten.

Therapie

Die Behandlung sollte wegen möglicher Spätfolgen – ein erhöhtes Risiko für Hodentumoren und die Einschränkung der Zeugungsfähigkeit – im ersten Lebensjahr abgeschlossen sein. Mit Hormonen kann versucht werden, die Wanderung des Hodens in den Hodensack zu fördern. Gelingt dies nicht oder liegt der Hoden zu hoch, wird er operativ in den Hodensack gebracht.

Komplikationen

Ein nicht behandelter, hoch stehender Hoden wird seine normale Funktion der Hormonproduktion (männliches Geschlechtshormon) und der Samenzellenreifung verlieren. Zudem besteht ein erhöhtes Risiko für Hodentumorerkrankungen im Jugendlichen- und Erwachsenenalter.