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Nebenhodentzündung (Epididymitis)

Bei einer Nebenhodenentzündung ist der sogenannte Nebenhodens – meist schmerzhaft – entzündet. Der Nebenhoden liegt dem Hoden an; aus ihm geht der Samenstrang hervor.

Ursachen

Die häufigste Ursache einer Nebenhodenentzündung liegt bei jüngeren Männern in sexuell übertragbaren Erkrankungen durch Erreger beziehungsweise Bakterien. Bei älteren Männern liegen meist Harnwegsinfektionen oder Blasenentleerungsstörungen vor, zum Beispiel Prostatavergrösserungen oder Einengungen der Harnröhre. Auch durch Kathetereinlagen, Blasenspiegelungen oder Verletzungen der Harnröhre kann es zu Nebenhodenentzündungen kommen. Selten gelangen Bakterien über das Blut in den Nebenhoden.

Symptome

Oft kommt es zu Schmerzen mit Druckgefühl und Schwellungen sowie Rötungen des Hodens beziehungsweise Hodensacks. Zum Teil hat der Patient zusätzlich Fieber und Schüttelfrost. Ebenso kann ein Brennen in der Harnröhre oder Ausfluss auftreten.

Wichtig: Bei starken Schmerzen, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, muss man eine Verdrehung der Hodengefässe – eine sogenannte Hodentorsion – in Betracht ziehen und deshalb sofort einen Arzt beziehungsweise ein Spital oder eine Notfallstation aufsuchen.

Diagnostik

Der Hoden beziehungsweise Hodensack muss abgetastet werden. Um eine Vergrösserung des Nebenhodens zu sehen und Eiterherde auszuschliessen, ist eine Ultraschalluntersuchung der Hoden unerlässlich. Während dieser Untersuchung prüft der Urologe die Durchblutung des Hodens und kann so auch eine Verdrehung der Hodengefässe beurteilen. Zur Abklärung gehört die Beurteilung einer Blasenentleerungsstörung: Mittels Ultraschall kann eine Restharnbildung ausgeschlossen werden. Zusätzlich wird der Urin mit Bakteriennachweis und bei Bedarf Bestimmung der Entzündungszeichen im Blut untersucht.

Therapie

In der Regel braucht es eine mehrwöchige Antibiotika-Therapie. Zusätzlich müssen entzündungs- und schmerzstillende Tabletten eingenommen werden. Generell muss der Patient seinen Körper schonen, wozu insbesondere eine Hodenhochlagerung gehört, eventuell auch eine Kühlung.
Sehr selten muss der Urologe, wenn sich Eiterherde im Nebenhoden gebildet haben, einen operativen Eingriff vornehmen.